„Meine Freunde in München kennen das Prozedere bereits zur Genüge.

Ach, Du packst deinen Koffer? Ist schon klar: Sabine verabschiedet sich mal wieder ins Paradies… Höre ich da etwa Neid raus? Ein bisschen wohl schon.“

Sabine Beyer, STOP OVER REISEN

Verständlich: Ich setze mich einfach in den Flieger und lande ein paar Stunden später auf dem vermutlich schönsten Fleckchen unseres Planeten, den Malediven. Traumhafte Puderzuckerstrände, badewannenwarmes Meer, Superluxus und Exklusivität. Und Sabine mittendrin! Vor lauter Supersonnenferienglück dürfte ich da aus dem Grinsen gar nicht mehr rauskommen. Was stimmt. Ich bin sehr dankbar für meinen Traumjob – wer kann das schon sagen? Ich fliege beruflich oft auf die Malediven. Aber selbst, wenn es für mich nichts Schöneres gibt, bedeuten die Hotelchecks auch gefühlt endlos lange Tage mit Besichtigungen und Besprechungen. Mein normales Pensum: Bis zu sieben Resorts in sechs Tagen.

OKAY, SO EIN HOTELCHECK AUF DEN MALEDIVEN - WIE LÄUFT DER IM EINZELNEN AB?

Für meinen Job brauche ich ganz viel Gefühl. Wenn ich eine Insel betrete, zählt für mich erstmal nur eins: Wie geht es mir in diesem Moment: Gut? Schlecht? Welche Schwingungen spüre ich? Manche Inseln haben eine so negative Energie, dass man am liebsten gleich umdrehen würde.

Ich bemühe mich, immer mindestens eine Nacht zu bleiben. Dann kann ich einen ganzen Tagesablauf erleben. Nachhaltigkeit ist dabei für mich ein wichtiges Thema. Ich überprüfe: Wurden beim Bau der Häuser oder Bungalows natürliche Materialien verwendet? Kommen immer noch Plastikflaschen zum Einsatz oder schon welche aus Glas?

All die wunderbaren Hotelinseln haben ihr eigenes, exzellentes Qualitätsmanagement. Das ist wichtig und anerkennenswert. Doch das heißt für mich nicht, dass gute Lösungen nicht noch zu verbessern sind. Darüber reden wir. Ganz detailliert. Wenn es sein muss, stundenlang. Das bin ich unseren Kunden schuldig. Schließlich profitieren am Ende alle von Optimierungen: die Unternehmen, wir als Reiseveranstalter und unsere zufriedenen Gäste.

Die Anreise ab München dauert rund zehn Stunden. Zeitverschiebung: drei bis vier Stunden, je nach Jahreszeit. Manchmal verbringe ich gleich den ersten Tag in Malé, der Hauptstadt der Malediven, und führe Gespräche mit unserer Agentur vor Ort.

„I Love Maldives“ – diese Tasche darf natürlich nicht fehlen. Ich bin bereit für den Boots-Trip zur ersten Insel!

1. STOPP AUF DEN MALEDIVEN: OZEN BY ATMOSPHERE

Bei meinem letzten Malediven-Besuch wurde ich von der Fotografin Christine Dempf begleitet. Am Flughafen von Malé wartete bereits eine riesige Yacht auf uns, so ein dreistöckiges Edelteil. Und los geht’s, Kurs auf die Insel Ozen by Atmosphere im Süd-Malé-Atoll. Der Wind pfeift uns fröhlich um die Nasen, da fragt der Käpt’n plötzlich, ob ich Lust hätte, auch mal die Yacht zu steuern. Und ob ich Lust hab!!! Gut 15 Minuten flitze ich als „Steuerfrau“ über den Ozean, ein unbeschreibliches Gefühl. Diesmal komme ich aus dem Strahlen wirklich nicht mehr raus.

Nur 1500 Meter lang und 95 Meter breit ist das Inselchen, auf dem die 90 Luxusvillen von Ozen by Atmosphere stehen. Für mich das beste All-Inclusive-Resort der Malediven! Selbst der Champagner fließt gratis. Wäre schön, sich hier den ganzen Tag verwöhnen zu lassen. Oft merkt das Personal es selber nicht mehr, wenn die Klimaanlage permanent zu laut arbeitet. Aber der frisch angereiste Gast, der registriert es sofort. Und den stört es womöglich gewaltig.

Zwischen den Inseln, die ich besuche, können Hunderte von Kilometern liegen. Da ist das Wasserflugzeug das beste Transportmittel. Die Piloten sind coole Typen. Shorts, Sonnenbrille, verwegenes Lächeln. Ihre Kisten fliegen sie gern barfuss. Unsicher habe ich mich an Bord aber noch nie gefühlt. Das sitzen echte Profis im Cockpit. Ich bin überzeugt, die könnten ihren Flieger auch noch auf einer Regenpfütze landen.

2. STOPP AUF DEN MALEDIVEN: PER AQUUM NIYAMA

PER AQUUM Niyama ist die perfekte Insel für Familien und Aktive, die Endlos-Strände lieben. Das noch junge Resort wird von dem Deutschen Dietmar Koegerl geleitet und punktet durch die Herzlichkeit seiner Mitarbeiter. Was mich besonders beeindruckt, ist der Unterwasser-Club „Subsix“. Chillen mit den Fischen: Der DJ legt sechs Meter unter der Meeresoberfläche auf…

Ich versuche, möglichst vegan zu leben, aber das ist unterwegs leider nicht immer möglich. Alle wollen mich verwöhnen, das ist nun mal so. Zumal ich auch die Küchen checke. Lustig ist, wenn alle Spalier stehen: 30 Mann, von der kleinen Spülkraft bis zum wichtigen Chefkoch. Ich habe immer Mühe, ernst zu bleiben. Melde gehorsamst: Die Küchenbrigade ist vollzählig angetreten zum Rapport…

Die Leckereien, die mir bei meinen Resort-Besuchen freundlich angeboten werden, kann ich nicht abschlagen. Das wäre eine Sünde!

Umso besser, wenn man sich außer Schwimmen und Schnorcheln auch mal an Land etwas mehr bewegen kann. Das Radfahren auf Soneva Fushi fand ich super, ist ja nun wirklich nicht alltäglich auf den meist sehr kleinen Inseln.

3. STOPP AUF DEN MALEDIVEN: SONEVA JANI

Natürlich geht es bei meinen Hotelchecks auch darum, echte Perlen zu entdecken. Wie Soneva Jani, das aktuelle Meisterwerk der Malediven. Ich denke, dass die Anlage neue Maßstäbe für die gesamte Hotellerie setzen wird. Sechs Sterne plus auf der Insel Medhufaru inmitten eines Lagunenparadieses des Noonu Atolls!

Die Overwater-Villen mit den sich auf Knopfdruck öffnenden Dächern haben mich total überzeugt. Unter dem gigantischen Sternenhimmel der Malediven einzuschlummern – ein Traum! Sollte es nachts regnen, schließt sich das Dach automatisch.

Apropos schlafen: Meistens falle ich gegen Mitternacht ins Bett. Vorher gibt es noch einen Plausch an der Bar, mit dem Hoteldirektor oder dem Food&Beverage-Manager. Früh um fünf klingelt wieder der Wecker: Eine Stunde ist fürs Meditieren reserviert. Seit 16 Jahren praktiziere ich Kriya Yoga von Yogananda.

Und dann geht es mit den Inspektionen weiter: Frühstücksangebot, Spa, Tauchbasis, Strände, Hausriff. Selbst die Rezeption schaue ich mir kritisch an. Zu karg und kühl? Dann bitte ich freundlich: Macht das doch mal ein bisschen netter zurecht…

Sabine auf Malediven-Tour – Stress, ganz sicher. Aber auch unheimlich viel Spaß und Freude an wunderschönen Refugien und liebenswerten Menschen. Wer sagt denn, dass man im Paradies nicht auch arbeiten darf?

Signatur Sabine